Ein Jünger Jesu

und ein Leben im Sieg

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”
Mt 28,19-20.

Jesus befahl seinen Jüngern inständig, in die Welt hinauszugehen und die Menschen zu wahren Jüngern zu machen, die willens sind, alles in dieser Welt aufzugeben, um ihrem Herrn und Meister zu gefallen. Jesus sagt ja selbst: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.” Mt 10, 37-38. Für die meisten von uns steht es außer Frage, dass es keine weiteren Bedingungen zur Sündenvergebung gibt, als die, seinem Nächsten zu vergeben und Jesu Namen anzurufen. Wenn es aber darum geht, zu einem geistlichen Leben zu kommen und Jesus, dem Sohn Gottes, gleichgestaltet und seine Braut zu werden, dann gibt es nach Jesu eigenen Worten auch hierfür klare Bedingungen.

In der Tat sind es sehr viele, die sich – nachdem sie mit Gott durch Jesu Tod versöhnt sind – fragen, ob es nicht noch eine tiefer gehende Erlösung durch Jesu Leben gibt. „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind.” Röm 5,10.

In den verschiedenen Glaubensgemeinschaften ist heutzutage viel die Rede von Krankenheilungen und dem Austreiben von bösen Geistern usw. Jesus kam aber zuallererst deshalb, um das Evangelium zu verkündigen. „Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.” Mt 1,21. Eben dies ist das Evangelium, das heutzutage so spärlich verkündigt wird. Es ist in Wahrheit die frohe Botschaft, dass man für die Sünden, die man begangen hat, nicht nur Vergebung bekommt, sondern dass man auch damit aufhören kann, die Sünden, die einem vergeben wurden, weiterhin zu tun.

Dieser Artikel wurde für dich, lieber Leser, geschrieben, der für sich selbst ein Leben in Christus wünscht, ein erhabenes Leben mit Kraft und Sieg über die Sünde. „Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.” 1 Joh 5,4. Das ist ein Leben im Glauben an Gott und an sein Wort, das die Menschen auf dem Weg des Lebens weiterbringt.

„Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.” Jes 50,4-5.

Jesus war, auf seinen Vater bezogen, auch selbst ein Jünger. Er selbst war der Erste, der in diese Jüngerschule ging, die vollkommenste Universität, in die wir hier auf Erden gehen können. Das Höchste, was wir erreichen können, und die erhabenste Berufung, die ein Mensch unter der Sonne erlangen kann, ist es, ein Jünger des Meisters zu sein.

Die Bergpredigt (Mt 5-7) war das Ergebnis eines Lebens, das Jesus selbst von seinem himmlischen Vater gelernt hatte. Es fing damit an, dass er dessen Worte tat und sie dann lehrte. Apg 1,1. Jesus beginnt seine Rede mit den Worten: „Selig sind, die da geistlich arm sind.“ Das Leben, das beim Vater war, wurde durch den Sohn geoffenbart. Nur wenn wir demütig und gering in uns selbst sind, können wir auf den Meister hören und von ihm lernen. Jesus sagt: „Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Joh 5,30.

Wenn von Versöhnung und Sündenvergebung die Rede ist, wenden viele sogenannte gläubige Menschen ihr Ohr hin. Aber wenn vom Weg des Kreuzes geredet wird und davon, sich selbst zu verleugnen, sein Kreuz aufzunehmen und Jesus zu folgen, verlieren die meisten das Interesse. Einige werden sogar Widersacher. Solche Menschen haben kein Verlangen, Jesus nachzufolgen. „Wie geschrieben steht: «Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.»“ Röm 11,8.

Einmal saß ein Blinder nahe Jericho am Wegrand, und Jesus kam vorüber. Dieser Mann hatte nur ein einziges Verlangen: „Ich möchte sehen können!“ Lk 18,35-43. Viele müssen erst sehend werden und ein offenes Ohr bekommen, damit Gottes Wort in ihren Gedanken Platz gewinnt. Jesus selbst hat versprochen, dass er allezeit bis an das Ende der Welt bei seinen Jüngern sein wird. Er will sie in allen ihren Lebensverhältnissen trösten und ihnen helfen.

Den Jüngern widerfahren auch Leiden und Trübsale, aber in den Leiden wird das Bild und das Wesen des Meisters in uns eingeprägt, und wir werden ihm gleichgestaltet. Das ist ein Teil des Bundes, den Gott mit seinen Jüngern eingeht. „«Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen», spricht er: «Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn will ich es schreiben, und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.» Heb 10,16-17. Wenn wir in den Versuchungen und Prüfungen treu sind und nicht unseren eigenen Willen tun, vollzieht sich dieses Werk der Gleichgestaltung. Es ist für einen Menschen eine enorme Bereicherung, so eine Entwicklung zu erleben. Jesus hat verheißen, die noch bleibende Zeit unseres Lebens uns zur Seite zu stehen.

Von neuem geboren
Viele Menschen schätzen Jesu Leben nicht genug, und die meisten haben auch keinen Glauben daran, dasselbe Leben zu erlangen, das er gelebt hat. Man muss von neuem geboren werden, um Gottes Reich sehen zu können. „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.” Joh 3,3. Die Wiedergeburt geschieht in unserem Herzen und in unserem Sinn. Nachdem man von neuem geboren wurde, nimmt man Dinge wahr, die vorher verdeckt waren. Das ganze Leben bekommt ein neues Wertesystem. Erst dann bekommt man ein Empfinden dafür, was zum Leben und Frieden führt, und erhält Anteil an der Weisheit der geistlichen Welt. Wozu man früher in der Welt aufgesehen hat, verliert seinen Wert und seine Bedeutung. Paulus hatte diese Wiedergeburt erlebt und beschreibt in Phi 3,7-8, was diese neue Geburt in ihm bewirkte: „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.” Die Möglichkeiten, die er nun im Evangelium erblickte, machten die Wahl leicht für ihn. Lasst uns in einem warmen, nahen und brennenden Verhältnis zu Gott leben. Dann tragen wir auch ein Herz in uns, zu dem Gott reden und in dem er wirken kann.

„Was will ich nun damit sagen? Dass das Götzenopfer etwas sei? Oder dass der Götze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, dass ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister.” 1 Kor 10, 19-21.

Man kann nichts von Gott empfangen, wenn man in Gemeinschaft mit bösen Geistern lebt und das sucht, was dieser Welt angehört. Dass Gott nicht redet und man keine Offenbarung und Erweckung in seinem Inneren erlebt, kommt daher, dass man seine Gedanken und Impulse von dieser Welt bekommt. Deshalb muss jeder ganzherzige Christ auf sein Leben Acht geben und darauf sehen, dass man nicht anfängt, Dinge zu bewundern, die außerhalb unserer himmlischen Berufung liegen. „Wir wissen, dass, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht, sondern wer von Gott geboren ist, den bewahrt er, und der Böse tastet ihn nicht an.” 1 Joh 5, 18. Man kann nicht Jünger sein und gleichzeitig das Große in dieser Welt bewundern. Das werden unreine Quellen im Leben, die einen von einer tieferen Gemeinschaft mit Christus und den Heiligen entfremden.

„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.” 1 Joh 2,15-17.

Mit der Welt abgeschlossen
„Mit der Welt abgeschlossen“ ist deshalb erste Grundstein, der gelegt werden muss, um ein Jünger zu werden. „So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein.“ Lk 14,33. Möge dieser Grundstein dann unser ganzes Leben lang dort liegen bleiben – auch wenn man versucht wird, ihn wieder von der Stelle zu rücken. Auf diesen Grundstein kann man weiterbauen, Stein auf Stein – je nachdem wie man sich in seinen Lebenslagen und Prüfungen verhält. Dann wird das Leben zu einem Haus, das für alle Ewigkeit bestehen bleibt und das mit dem anderer ganzherziger Jünger, mit denen Gott auch arbeitet, vereint wird.

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.” Eph 2, 19-22.

Allerlei Lebenslagen bringen für die Menschen Leiden mit sich. Wer aber im Glauben und Vertrauen zu Gott bleibt, wird erfahren, wie solche Lebensumstände wie ein Feuer der Läuterung wirken, das man zu seiner geistlichen Entwicklung braucht. Die Schrift nennt es Heiligung. Das Feuer zehrt am Eigenleben. Geheiligt zu werden braucht Zeit, deshalb müssen wir in unserer Berufung fest bleiben, geduldig sein und beharren, so wie es die Glaubenshelden durch alle Zeiten hindurch taten.

„Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt.”1 Pet 4, 12-13.

Ein echter Jünger Jesu braucht sich um seine Zukunft keine Sorgen irgendwelcher Art zu machen. Jesus lehrt uns dies mit kräftigen Worten in der Bergpredigt, wo er unter anderem sagt: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.” Mt 6,31-33. Die Wahrheit dieser Worte wird jeder Jünger selbst erfahren. Worum sich die meisten Menschen sorgen, wird den Jüngern gegeben werden, ohne dass sie es suchen. Der einfältige Glaube an den Meister schließt alle Sorge, allen Zweifel und Unglauben aus.

„Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen. Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, so dass sie darauf achthatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.“ Apg 16,13-15.

Viele Menschen leben in einem Bekanntenkreis mit anderen Gläubigen. Weil sie aber nicht alles in dieser Welt aufgegeben haben und wirkliche Jünger geworden sind, bleibt ihnen die Herrlichkeit des Reiches Gottes verschlossen. Sie sind deshalb auch nicht imstande, andere zu trösten und ihre Herzen zu stärken. Erst wenn man alles aufgegeben hat, bekommt man wie Lydia ein Herz, das Gott auftun kann. Das Herz eines Jüngers wird mit Hoffnung, Glauben, Trost und Mut erfüllt! Darum geht vom Leben und Wandel echter Jünger auch vielfältig Hilfe und Trost aus.

Dass man das Verlangen in sich trägt, Gottes Wort zu hören, ist ja ein Zeichen dafür, dass man Barmherzigkeit über sein Leben bekommen hat. Dann ist man unter denen, die Gott ausersehen und berufen hat. Gott hat einem das Ohr geöffnet, sodass man noch mehr lernen kann. Lydia wünschte, dass die Apostel in ihrem Haus wohnten. Sie war interessiert, mehr zu lernen!

„Denn es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geboren; und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sindetliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der fasse es! Mt 19,12. Diejenigen, die sich um des Himmelreichs willen verschnitten haben, sind Frauen und Männer, deren Herzen in ihrer Jugend für Gott derart brannte, dass sie sich ihm ganz übergeben haben und nichts mehr in dieser Welt suchten. Solche Menschen kann Jesus formen und sie der Gemeinde und den Menschen als Gaben geben.

Mache dich frei!
„Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre (Elberfelder Übers.: von dem Wege), trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus. Und das geschah zwei Jahre lang, so dass alle, die in der Provinz Asien wohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden und Griechen.“ Apg 19, 9-10.

Paulus besaß eine innige Liebe zu den Menschen, aber wenn sie schlecht über Gottes Weg sprachen, trennte er sich von ihnen. Er wollte nicht das Evangelium, das ihm anvertraut war, mit weltlicher Weisheit oder Humanismus vermischen. Darum trennte er sich von denen, die nicht dasselbe Verlangen in sich trugen. Mit denen, die kein lebendiges Interesse daran haben, das Wort auszuleben, und nicht arm im Geist sind, um das Leben, das Jesus in der Bergpredigt beschreibt, zu begehren, kann man nicht Umgang pflegen, wenn man als ein Jünger Jesu heranwachsen möchte.

„Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan. Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.” 2 Kor 3, 15-18.

Sich zum Herrn zu bekehren ist dasselbe, wie alles aufzugeben und ein Jünger zu werden. Genauso schreibt auch Petrus: „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.“ 1 Petr 2, 1-3. Petrus zählt eine Sünde nach der anderen auf und bittet jene, die sich von ganzem Herzen bekehrt haben, mit diesen Sünden aufzuhören und von der reinen, unverfälschten Milch, dem Wort Gottes, zu trinken. Nur auf diese Weise kommt man zu geistlichem Wachstum, und nur wenn man seinen eigenen Willen aufgibt, wird man von der Illusion befreit, mit der der Teufel die Menschen in Versuchung führen will. Dann erkennt man erst, dass es nur Asche, Betrug und Lüge ist, worauf man sein Vertrauen gesetzt hat. Jes 44,20.

Das Endziel des Jüngerglaubens
Unsere Berufung als Jünger Jesu ist es, ein siegreiches Leben zu führen, ein Leben, in dem man  frei ist und über die Sünde herrscht. Röm 5,17. Jesus wünscht, dass wir ihm gleichgestaltet werden.Alle, die die Herrlichkeit des Herrn schauen, werden auch in dasselbe Bild verwandelt. Jesu Herrlichkeit ist ja sein Leben, ein Leben in Sieg über die Sünde. Dann wird man ein Diener, der in Gottes Bauwerk ein Pfeiler ist. „Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.” Offb 3,12.

Wer überwindet! Jesus fragte nach den Überwindern, als er an die sieben Gemeinden in Kleinasien schrieb. Die Verheißungen sind denen, die überwinden, gegeben. Die Kraft zu einem siegreichen Leben liegt im Heiligen Geist, den Gott allen gibt, die ihm gehorchen. Apg 5,32. Wenn wir den Wirkungen des Heiligen Geistes in unserem Herzen gehorsam sind, werden wir Kraft bekommen, die sündigen Lüste und Begierden, die in unserem Leib wohnen, zu verleugnen. Jesus bahnte den Weg zu einem Leben in Sieg und Triumph über die Sünde. Paulus war so ergriffen von diesem Leben, dass er gleichsam ausruft: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade um so mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?” Röm 6, 1-2.

Das Heil, das uns durch das Evangelium verkündigt ist, reicht viel tiefer als das herkömmliche Verständnis von Erlösung, das sich für die meisten nur in Sündenvergebung erschöpft. „Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.” 1 Petr 1, 8-9.

„Denn nachdem David zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, ist er entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. Der aber, den Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen. So sei euch nun kundgetan, liebe Brüder, dass euch durch ihn Vergebung der Sünden verkündigt wird; und in all dem, worin ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden konntet, ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt. Seht nun zu, dass nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt ist (Hab 1,5): «Seht, ihr Verächter, und wundert euch und werdet zunichte! Denn ich tue ein Werk zu euren Zeiten, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählt.»” Apg 13, 36-41.

Das Werk, das Gott in seinen Jüngern tut, führt dahin, dass der Gläubige an Gottes eigener Natur Anteil bekommt. „Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt.” 1 Petr 1, 3-4.

Gott stärke dich mächtig, lieber Leser, der in sich Gottes Wirken spürt, um ein ganzherziger Jünger zu werden. Das Evangelium kennt im Blick auf das, was man aus seinem Leben gewinnen kann, keine Grenzen. Gottes eigener Natur, seiner Barmherzigkeit, Liebe, Gerechtigkeit und Güte können wir teihaftig werden! Dieses erhöhte Leben ist seinen Jüngern zugedacht. Wenn du, lieber Leser, seinen Ruf in deinem Inneren hörst, dann verstocke nicht dein Herz, sondern wende dich zu Gott hin, und gib dein Leben in dieser Welt auf. Dann wirst du Gemeinschaft und Bruderschaft mit anderen Brüdern und Schwestern finden, die sich nach demselben Leben sehnen und darin zunehmen!

„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.” Matt. 5,6.

Kåre J. Smith


Oslo, im September 2006

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